
Auf den beiden kleinen Inseln St. Kitts und Nevis, mitten in der östlichen Karibik, ist das Leben bunt, warm und voller Geschmack. Die Küche dieser Region ist eine Verschmelzung aus afrikanischen, britischen und kreolischen Einflüssen – lebendig, aromatisch und bodenständig.
Eines der beliebtesten Gerichte dort, das man sowohl auf Straßenfesten als auch bei Familienzusammenkünften findet, ist der sogenannte Goat Water. Hinter dem schlichten Namen verbirgt sich ein kräftiger, würziger Eintopf mit Ziegenfleisch, der über Generationen hinweg weitergegeben wurde.
Was den Goat Water so besonders macht, ist nicht nur sein Geschmack – eine ausgewogene Kombination aus frischen Kräutern, exotischen Gewürzen und zart geschmortem Fleisch – sondern auch seine kulturelle Bedeutung. Es ist ein Essen, das Geschichten erzählt. Über das Leben auf den Inseln, über Gastfreundschaft und Gemeinschaft, über Feste und Traditionen.
Im Folgenden findest du zwei unterschiedliche Varianten dieses Klassikers – eine klassische, traditionelle Zubereitung und eine modernisierte Version für die heimische Küche.
Rezept 1: Der Klassiker – Goat Water nach traditioneller Art
Zutaten
- 1 kg Ziegenfleisch (am besten mit Knochen, für mehr Geschmack)
- 2 EL Limettensaft
- 2 Frühlingszwiebeln
- 1 große Zwiebel, gewürfelt
- 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 2 EL frischer Thymian
- 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 TL Piment (gemahlen oder als ganze Körner)
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL Salz (oder nach Geschmack)
- 2 EL brauner Zucker
- 1 TL Zimt
- 2 EL Mehl (zum Andicken)
- 2 EL Pflanzenöl
- Wasser (etwa 1,5 Liter, je nach gewünschter Konsistenz)

Zubereitung
- Das Ziegenfleisch gründlich mit Wasser und Limettensaft abspülen. In mundgerechte Stücke schneiden.
- In einer großen Schüssel das Fleisch mit Thymian, Piment, Salz, Pfeffer, Zimt und Knoblauch vermengen. Abgedeckt für mindestens eine Stunde (idealerweise über Nacht) im Kühlschrank ziehen lassen.
- In einem großen Topf Öl erhitzen und die Zwiebel sowie Frühlingszwiebeln anbraten, bis sie glasig sind.
- Das marinierte Fleisch hinzufügen und rundum scharf anbraten.
- Mit Wasser aufgießen, Lorbeerblätter hinzufügen und alles zum Kochen bringen. Danach bei mittlerer Hitze etwa 1,5 bis 2 Stunden köcheln lassen, bis das Fleisch weich ist.
- In einer kleinen Pfanne das Mehl mit etwas Wasser glatt rühren und zum Eintopf geben, um ihn leicht anzudicken. Nochmals 10 Minuten weiterköcheln lassen.
- Mit Salz, Zucker oder weiteren Gewürzen abschmecken – je nach Geschmack.
Traditionell wird Goat Water mit Reisbällchen, Fladenbrot oder einfach pur serviert. Es schmeckt am nächsten Tag sogar noch besser, wenn sich die Aromen gut durchgezogen haben.
Rezept 2: Moderne Variante – Karibischer Ziegeneintopf mit Gemüse
Zutaten
- 800 g Ziegenfleisch, ohne Knochen
- 1 TL Kurkuma
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- 1 TL Cayennepfeffer
- 1 Zucchini, gewürfelt
- 2 Karotten, in Scheiben
- 2 Kartoffeln, gewürfelt
- 1 Dose gehackte Tomaten (ca. 400 g)
- 2 EL Tomatenmark
- 1 Zwiebel, fein gehackt
- 3 Knoblauchzehen
- 1 EL frisch gehackter Ingwer
- 2 EL Rapsöl
- 1 EL Sojasauce
- 1 Liter Gemüsebrühe
- Frischer Koriander oder Petersilie zum Garnieren

Zubereitung
- Das Ziegenfleisch mit Kurkuma, Paprika, Cayenne und etwas Salz einreiben und für mindestens 30 Minuten marinieren lassen.
- In einem großen Topf das Öl erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer anbraten, bis sie duften.
- Fleisch hinzufügen und von allen Seiten anbraten. Tomatenmark unterrühren und kurz mitrösten.
- Mit der Brühe aufgießen, die gehackten Tomaten und Sojasauce dazugeben.
- Alles aufkochen lassen und anschließend bei kleiner Hitze rund 1 Stunde köcheln lassen.
- Nach dieser Zeit das Gemüse (Zucchini, Karotten, Kartoffeln) hinzufügen und weitere 30 Minuten kochen, bis alles schön weich ist.
- Mit frischen Kräutern und, wer mag, etwas Limettensaft verfeinern.
Diese moderne Version ist etwas leichter und gemüsereicher, bleibt dabei aber den typischen Aromen treu. Sie passt wunderbar zu Couscous, Basmatireis oder selbstgebackenem Brot.
Fazit
Goat Water ist mehr als nur ein Eintopf – es ist ein kulinarisches Fenster in das Leben auf St. Kitts und Nevis. Ob du dich für das klassische Original entscheidest oder die moderne Interpretation probierst, du wirst mit Sicherheit ein Stück Karibik auf den Teller zaubern. Und wer weiß – vielleicht wird das Gericht auch bei dir zu einem neuen Familienklassiker?

