
Laos ist bekannt für seine vielfältige und geschmackvolle Küche, die sich durch eine Mischung aus südostasiatischen Aromen und kolonialen Einflüssen auszeichnet. Eine besonders beliebte Straßenspeise, die sowohl bei Einheimischen als auch bei Reisenden großen Anklang findet, ist Khao Jee.
Dieses gegrillte Baguette ist ein kulinarisches Überbleibsel der französischen Kolonialzeit und wird in Laos auf einzigartige Weise zubereitet und serviert.
Die Geschichte von Khao Jee
Während der französischen Kolonialherrschaft in Indochina (19. bis 20. Jahrhundert) wurden zahlreiche europäische Einflüsse in die laotische Kultur integriert. Einer der nachhaltigsten kulinarischen Erben dieser Zeit ist das Baguette.
Obwohl Reis nach wie vor das Grundnahrungsmittel in Laos ist, hat sich das französische Brot fest im Alltag der Menschen etabliert. Khao Jee, was auf Laotisch schlicht „gegrilltes Brot“ bedeutet, hat sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt und zählt heute zu den beliebtesten Snacks des Landes.
Zubereitung und Zutaten
Die klassische Zubereitung von Khao Jee ist einfach, aber geschmacklich raffiniert.
- Das Baguette wird längs aufgeschnitten und entweder mit Butter oder einer pikanten Chilipaste bestrichen.
- Anschließend wird es auf einem Grillrost über Holzkohle geröstet, bis die Kruste knusprig und goldbraun ist.
- Danach wird das Baguette mit einer Vielzahl an Zutaten gefüllt, die je nach Region und Vorlieben variieren können.

Typische Füllungen
- Paté und Wurst – eine Hommage an das klassische französische Bánh Mì aus Vietnam
- Gegrilltes Fleisch – meist Schweinefleisch oder Huhn, mariniert in einer würzigen Sauce
- Eingelegtes Gemüse – Karotten, Rettich und Gurken sorgen für eine frische, leicht säuerliche Note
- Frische Kräuter – Koriander und Frühlingszwiebeln bringen ein intensives Aroma
- Chili und Sojasauce – für die charakteristische Würze und Tiefe des Geschmacks
Einige Varianten von Khao Jee werden mit einem Spiegelei oder sogar mit süßen Zutaten wie Kondensmilch zubereitet, wodurch das Baguette eine Dessert-ähnliche Note erhält.
Khao Jee als Street Food
In den Straßen von Vientiane, Luang Prabang und anderen laotischen Städten findet man zahlreiche Stände, die frisch gegrilltes Khao Jee anbieten. Morgens werden sie oft als Frühstück serviert, zusammen mit einem starken laotischen Kaffee. Am Nachmittag und Abend sind sie ein beliebter Snack für unterwegs. Die Preise sind erschwinglich, was Khao Jee zu einer idealen Mahlzeit für Einheimische und Reisende macht.
Der Prozess der Zubereitung ist oft ein kleines Spektakel: Die Verkäufer grillen das Brot auf traditionellen Holzkohlegrills, bestreichen es großzügig mit Butter oder Eipaste und füllen es mit den gewünschten Zutaten. Der Duft von frisch gegrilltem Brot und würzigen Füllungen lockt viele Menschen an, die auf einen schnellen, aber sättigenden Happen aus sind.

Warum Khao Jee so beliebt ist
Khao Jee ist nicht nur ein einfaches Sandwich, sondern eine Kombination aus verschiedenen kulturellen Einflüssen, die sich in Laos über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben. Die Mischung aus französischem Baguette und laotischen Aromen macht es einzigartig und unverwechselbar. Zudem bietet es eine perfekte Balance aus knuspriger Textur, würziger Füllung und frischen Zutaten, die jeden Bissen zu einem Geschmackserlebnis machen.
Ein weiterer Grund für die Beliebtheit ist die Vielseitigkeit. Ob herzhaft oder süß, mit Fleisch oder vegetarisch – Khao Jee kann individuell angepasst werden, sodass jeder seine eigene Lieblingsvariante findet.
Fazit
Khao Jee ist mehr als nur ein einfaches Baguette. Es ist ein Symbol für die kulinarische Geschichte von Laos, ein beliebter Snack für Einheimische und eine köstliche Entdeckung für Touristen. Wer das Land bereist, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese gegrillte Delikatesse zu probieren. Ob auf einem kleinen Straßenmarkt oder in einem Café – Khao Jee ist immer eine geschmackliche Bereicherung und ein Stück laotischer Kultur, das man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte.

