
Portugal begeistert nicht nur durch seine spektakulären Küsten, historischen Städte und warmherzige Kultur, sondern auch durch seine vielseitige und raffinierte Küche. Unter den kulinarischen Highlights des Landes hat sich ein süßes Gebäck längst zum internationalen Aushängeschild entwickelt: das Pastel de Nata. Ursprünglich in Klöstern entstanden, hat dieses kleine Cremetörtchen heute seinen festen Platz in der portugiesischen Streetfood-Kultur.
Dieser Beitrag führt durch die faszinierende Geschichte der Törtchen, bietet zwei abwechslungsreiche Rezepte zum Nachbacken und zeigt, wie ein Stück Portugal auf den heimischen Kaffeetisch gelangt.
Ursprung & Geschichte: Wie alles begann
Die Ursprünge der Pastel de Nata (Plural: Pasteis de Nata) reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Im Hieronymitenkloster im Stadtteil Belém in Lissabon nutzten katholische Mönche übrig gebliebenes Eigelb für süße Backwaren, da das Eiweiß zum Stärken von Kleidung diente. Aus dieser pragmatischen Idee entwickelte sich ein Dessert mit Kultstatus.
Mit der Schließung der Klöster Anfang des 19. Jahrhunderts gelangten die Rezepte in private Bäckereien. Das wohl bekannteste Café, das die Törtchen nach überlieferter Geheimrezeptur herstellt, ist die „Pastéis de Belém“ in Lissabon – eine Pilgerstätte für Naschkatzen aus aller Welt.
Klassische Pastel de Nata – das Original zum Nachbacken
Wer den traditionellen Geschmack erleben will, sollte dieses bewährte Rezept für ca. 12 Törtchen ausprobieren:
Zutaten
- 1 Rolle rechteckiger Blätterteig (frisch oder aufgetaut)
- 250 ml Vollmilch
- 200 g Zucker
- 1 Zimtstange
- Schale einer halben unbehandelten Zitrone
- 30 g Mehl
- 4 Eigelb

Zubereitung
- Backofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Milch mit Zitronenschale und Zimtstange erhitzen. Parallel das Mehl mit etwas kalter Milch glatt rühren.
- Sobald die Milch kocht, das angerührte Mehl einrühren und einige Minuten auf kleiner Flamme unter Rühren köcheln lassen.
- Zucker mit 100 ml Wasser in einem separaten Topf erhitzen, bis ein klarer Sirup entsteht. Diesen unter die Milch-Mehl-Mischung rühren.
- Mischung vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen und dann die Eigelbe unterrühren.
- Blätterteig in 12 Stücke schneiden, in gefettete Muffinformen drücken und mit der Creme füllen.
- Törtchen 10-12 Minuten backen, bis sie goldbraun sind und leicht karamellisieren.
Fruchtig-aromatisch: Moderne Variante mit Vanille und Orange
Diese frische Interpretation bringt mit Vanille und Orangenzeste eine besonders elegante Note in die süße Köstlichkeit:
Zutaten
- 1 Rolle Blätterteig
- 250 ml Sahne
- 150 g Zucker
- 1 Vanilleschote oder 1 TL Vanilleextrakt
- Fein abgeriebene Schale einer Bio-Orange
- 3 Eigelb + 1 ganzes Ei
- 1 EL Speisestärke
Zubereitung
- Blätterteig in 12 Stücke schneiden, in Muffinformen drücken.
- Sahne mit Vanille, Orangenzeste und Zucker erhitzen, bis der Zucker sich auflöst.
- Speisestärke mit etwas kalter Flüssigkeit anrühren, zur Sahnemischung geben und leicht andicken lassen.
- Eier verquirlen, unter Rühren in die Mischung geben (nicht mehr kochen).
- Füllung in die Formen geben und bei 220 °C rund 12 Minuten backen.

Serviertipp & Genussmoment
Ganz gleich, ob klassisch oder fruchtig: Pastel de Nata schmecken am besten lauwarm, mit einer Prise Zimt bestreut. Kombiniert mit einem kleinen, starken Kaffee entsteht ein Hauch von portugiesischer Straßencafé-Romantik für Zuhause.
Die Zubereitung verlangt ein wenig Fingerspitzengefühl, doch wer sich darauf einlässt, wird reich belohnt. Pastel de Nata sind mehr als nur ein Gebäck – sie sind Ausdruck portugiesischer Backkunst und Lebensfreude.
Bom apetite!

