
Fastfood und die USA gehören zusammen. Das ist heutzutage fast schon ein Fakt. Wenn man die Geschichte des schnellen Essens allerdings genauer betrachtet, entstand diese Form der Nahrungsaufnahme schon vor tausenden Jahren. Nahezu jeder kennt die Geschichte der Entstehung des Fastfoods, wie wir es heute kennen. Die USA gelten als Fast-Food-Nation.
McDonalds: die Gebruts des modenren Fastfood
Am 15. Mai 1940, ziemlich genau vor 80 Jahren, eröffneten die McDonalds Brüder ihr erstes Schnellrestaurant mitten auf einem Parkplatz in San Bernardino, Kalifornien. Das Lokal war schnell so beliebt, das die Brüder sich etwas ganz Besonderes ausdenken mussten, um Gäste zufriedenstellen zu können.
Sie überlegten sich ein Konzept, bei dem die Zubereitung eines Burgers ganz genau eine Minute beanspruchte, die Kunden mussten ihre Bestellungen selbst am Ausgabefenster aufgeben und abholen und konnten nur noch zwischen zwei Burgern, French Fries und einem Dessert wählen. Das moderne Fastfood war geboren.
McDonalds ist heutzutage zwar der weltweit größte Schnellimbiss, die schnelle Mahlzeit am Straßenrand hat sich aber emanzipiert. Neue Geschmackserlebnisse werden meist in den USA kreiert und Hungrige aus aller Welt stehen stundenlang an.
Heutzutage braucht es dazu nicht mal mehr einen Standort. Kreationen und Kochstile werden immer öfter mobil getestet, bevor sie ihr eigenes Restaurant bekommen. Und Food Trucks warten nun an jeder Ecke auf Kundschaft.
Street Food ist auf dem Vormarsch
- Burger
Aber auch wenn der Burger als Fastfood Nummer 1 gilt, bei einem Besuch in Nordamerika sollte man sich quer durch das Street Food Sortiment testen.
- Hot Dogs und Sandwiches
Obenauf stehen hier definitiv Hot Dogs und Sandwiches. Klassische Brötchenkreationen wie das BTL (kurz für Bacon, Tomato and Lettuce) oder das berühmte Grilled Cheese Sandwich, schmecken mindestens genauso gut wie der klassische Hot Dog mit Pickels und Mustard oder mit Käse überbacken vom Food Truck.

- Tacos, Burritos und Churros
Vor allem aber durch mexikanische Einwanderer, sind aber auch Tacos und Burritos nicht mehr von der Speisekarte wegzudenken. Sogar mehrere Fastfood Ketten wie Taco Bell oder Chipotle Mexican Grill haben ihren Einzug in die Kultur gefunden.
Eine der beliebtesten Kreationen des mexikanischen Fastfoods sind aber auch Churros, die süßen Brandteigstangen in Sternform, bestreut mit Zucker und Zimt und mit Schokoladen- oder Fruchtsoße serviert.
Auch wenn die kulinarische Herkunft des Burritos nun geklärt ist, macht dieser heutzutage oft nur einen kurzen Stop in Mexiko. Immer beliebter werden Burritos in anderen Variationen. So gibt es seit Anfang 2017 den heißbegehrten Sushi-Burrito in LA, kreiert von den Betreibern des Jogasaki Foodtrucks.
In New York ist der Kimichi-Burrito des Kimichi Grills heißbegehrt. Und KoMex Fusion Express in Las Vegas vereint die chinesische und mexikanische Küche in einem Burrito.
- Frozen Smores
Und zum krönenden Abschluss sollte jeder New York Tourist Dominique Ansel besuchen. Denn der Erfinder des beliebten Cronut serviert auch die weltbesten Frozen Smores. Genau gesagt handelt es sich dabei um zwei Butterkekse, die durch Schokolade und einem geschmolzenen Marshmallow zusammengehalten werden, bei Dominique mit hausgemachtem Vanilleeis gekrönt und mit Schokolade überzogen. Ein echter Leckerbissen.
US-Küche: ein Mix mehrerer Weltgeschmäcker
Aber woher stammt der oft eigensinnige Geschmack der Amerikaner denn eigentlich? Anders als, zum Beispiel, die ungarische Küche, die auf dem aufbaut, was Bauern ernten konnten, ist die amerikanische Küche von Beginn an ein Mix mehrerer Weltgeschmäcker.
Spanien
So sind moderne, mexikanische Klassiker eine Fusion der spanischen Küche mit Mahlzeiten der indianischen Ureinwohner, als diese neue Zubereitungsweisen von Fleisch von den Spaniern lernten. Auch Kühe, Schweine und Schafe wurden so ein wichtiger Teil auf mexikanischen Tellern.

England
- Truthahn zu Thanks Giving
Eines der bekanntesten Beispiele amerikanischer Fusionsküche ist unter anderem der Truthahn. Dieser entstand etwa Anfang des 17. Jahrhunderts, als nordamerikanische Ureinwohner den englischen Siedlern halfen, den harten Winter zu überstehen.
Das Ergebnis dieser bekannten Geschichte ist Thanks Giving, klassisch gefeiert mit Truthahn oder englischem Ham, Mashed Potatoes und Pumking Pie als Dessert.
- Indian Pudding und Clam Chowder
Aber auch Gerichte wie der Indian Pudding, unappetitlich aussehende, aber höllisch köstliche Eiercreme mit Maismehl, oder Clam Chowder, die weltberühmte, amerikanische Muschelsuppe, haben ihren Ursprung bei den englischen Siedlern.
Afrika
Im Süden der USA profitierten Siedler vom milden Klima und konnten somit mehr Gemüse und Kräuter anbauen. Sklaven, die immer unfreiwillig in amerikanischen Küchen landeten, inspirierten die Southern Kitchen.
- Ernussbutter
So entstand unter anderem auch die allseits beliebte Erdnussbutter. Etwas später fusionierte diese wiederum zum P&J Sandwich (Peanutbutter and Jelly Sandwich), welches nichts anderes als Weißbrot mit Erdnussbutter und Erdbeermarmelade ist.
- Fleischzubereitung und BBQ
Aber den wichtigsten Einfluss auf die moderne US-Küche hatte die afrikanische Zubereitungsart von Fleisch. Von da an wurde immer gerne geräuchert, Barbecues wurden eine beliebte Freizeitaktivität und scharfe Soßen fanden Einzug auf die Teller der Südstädter.
Italien
Und auch italienische Siedler steckten ihren Kochlöffel in amerikanische Töpfe. Allerdings ist auch diese heutzutage nicht mehr zu vergleichen mit dem Original.
- Flsichbällchen
Durch ein höheres Einkommen, konnten sich die Siedler mehr Fleisch leisten – so wurde das italienische Fleischbällchen ein heißgeliebtes Gericht, das in keiner Karte fehlen darf.
- Pizza
Auch die Original amerikanische Pizza, gefüllt mit Käse und belegt mit Speck und Mais, hat mit italienischer Pizza eigentlich nur noch wenig zu tun. Dennoch möchte heute niemand mehr diese Gerichte missen.
Klassiker der US-amerikanischen Küche
Doch was sind denn jetzt original amerikanische Klassiker, neben Street Food und Burger?
Beef Jerky
Zwar handelt nur um einen Snack, aber Beef Jerky darf auf dieser Liste nicht fehlen. Das in dünne Streifen geschnittene und anschließend getrocknete Rindfleisch zählt definitiv zu den Klassikern. Zu finden ist es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und mit köstlichen Marinaden.

Campbell´s Soup
Auch die weltbekannte Campbell´s Soup ist typisch amerikanisch. Berühmtheit erlangte Campbell´s dabei nicht nur durch Andy Warhols Pop Art, auch die 1897 eingeführte, neuartige Konservierung der Tomatensuppe verhalf der Fabrik zu weltweitem Ruhm.
1900 gewannen sie sogar die Goldmedaille für Exzellenz in einer Pariser Lebensmittelausstellung, welche seitdem auf den Dosen dargestellt wird.
Mac and Cheese
Angeblich erfand Thomas Jefferson dieses beliebte Nudelgericht – Macaroni and Cheese (kurz Mac and Cheese). Diese Geschichte stimmt teilweise. Ende des 18. Jahrhunderts brachte Jefferson eine Nudelmaschine von seinen Reisen aus Europa mit.
Auch das berühmte Originalrezept zur Herstellung der Makkaroni findet sich in seinem Notizbuch und in seiner Handschrift.
In dem Rezept wird jedoch keine Käse zum Überbacken der Nudeln erwähnt, vermutlich hatte er dieses Gericht aber trotzdem in Europa gegessen. Macht nichts, Mac and Cheese ist und bleibt trotzdem original Amerikanisch.
Beef Brisket
Ein gutes Beispiel für den afrikanischen Einfluss auf die südliche Küche ist unter anderem das Beef Brisket. Dieses langfasrige, mäßig durchwachsene Bruststück wird oft stundenlang geräuchert und mit würzigen Dressings garniert.
Auch typisch amerikanisches Bier darf hierbei nicht in der Sauce fehlen. Beef Brisket ist ein echter Klassiker bei Barbecues und wird in Burgern oft als Pulled Brisket, als in kleinen Stückchen zu einem Burgerlaibchen geformt, serviert.
Cesar Salat
Wer es ein klein wenig gesünder mag, sollte einen original amerikanischen Cesar Salat probieren. Zwar ist dieses Rezept heute in Europa genauso heimisch, das Original kommt aber diesmal wirklich aus Amerika.
Von einem italienischen Immigranten. Naja, zumindest fast original amerikanisch. Auch wenn der Name auf den berühmten Herrscher des römischen Reiches vermuten lässt, so ist der Cesar Salat nach seinem Erfinder Cesar Cardini benannt. Dieser lebte in San Diego, hatte jedoch auch ein Restaurant in Tijuana, wo er der Prohibition entgehen konnte.
Die Legende besagte, dass der Salat am 4. Juli 1924 erschaffen wurde, nachdem die Lager des Restaurants so gut wie leer gegessen waren, die Bestellungen aber nicht abrissen. Zwar kommen in dem Originalrezept weder Sardellen noch Huhn vor, allerdings ist die moderne Version des Caeser Salat ein echt leckeres, amerikanisches Original.

Apple Pie
Zum krönenden Abschluss braucht es nun noch ein Dessert. „As American as Apple Pie“ hat es auch in die Sprichwortkultur geschafft und bedeutet so viel wie „typisch amerikanisch sein“.
Dabei sind Äpfel in Amerika nicht heimisch. Dieser wurde erst etwa Mitte des 17. Jahrhunderts kultiviert. Und auch der Kuchen ist eigentlich eine englische Erfindung, später verfeinert von dänischen Bäckern. Doch diese wohlschmeckende, am besten heiß zu genießende Mehlspeise ist und bleibt trotzdem ein US Klassiker, denn sie ist der Grund, wieso es heute den American Pie Council (kurz APC) gibt.
Und in einer von diesem kuchenliebenden Verein initiierten Abstimmung lautete das Ergebnis – der typische Apple Pie ist der Lieblingskuchen der Amerikaner. Also, genießen wir als Dessert definitiv den American Apple Pie.



