''''Spätestens seit dem Film Cast Away – Verschollen, hat sich die Floskel: „Ich habe Feuer gemacht!“ als Bestätigung für eine richtig großartige Leistung etabliert. Nicht zu unrecht. Denn ein Feuer zu entfachen, ist trotz aller zur Verfügung stehenden Mittel, immer noch eine große Herausforderung.
Grillabende enden nicht selten in Fachsimpeleien darüber, wie es das nächste Mal aber besser klappen wird, an die ersehnten Grillspezialitäten zu gelangen. Kenner haben viele Geheimtipps.
Das Grundprinzip zum Feuer machen
Wer das Grundprinzip kennt und dafür sorgt, dass die erforderlichen drei Bestandteile koordiniert und kontrolliert zusammenwirken können, der wird keine Probleme mehr haben, einen Holzkohlegrill, ein Lagerfeuer oder einen Kamin in Gang zu setzen.
- Eine wesentliche Grundvoraussetzung fürs Feuer ist ein Brennstoff. Das ist das Material, das verbrennen soll. Auf dem Grill ist dies beispielsweise die Holzkohle und im Kamin das Holz. Es gibt unterschiedliche Konsistenzen bei den Brennstoffen von fest bis gasförmig.
- Ohne Sauerstoff kann kein Feuer entstehen. Dabei ist Sauerstoff nicht mit Luft gleichzusetzen. Denn der Sauerstoffgehalt in der Luft kann unterschiedlich hoch sein.
- Die dritte Komponente ist die Erzeugung einer Anfangsenergie, die dafür sorgt, dass eine Mindesttemperatur erreicht und aufrechterhalten wird.
Und genau dies stellt trotz bester Hilfsmittel oft ein Problem dar. Es kommt zwar ein schnelles loderndes Feuer in Gang, dies reicht aber nicht aus, um eine grillfähige Glut zu erzeugen. Die Ursache für schlecht entzündbare Feuer kann vielfältig sein.
Nasse Brennstoffe erzeugen Kühle statt Hitze und ruinieren die Mindesttemperatur. Das ist von nassem Holz oder feuchter Grillkohle bekannt. Und den Geheimtipp fürs Feuer machen gibt es wohl nicht.
Sicherheit hat oberste Priorität
Damit das Feuer nur dort brennt, wo es brennen soll, sind einige wichtige Dinge zu beachten. Gerade das beliebte Angrillen im Frühjahr verleitet dazu, sich in Sicherheit zu wiegen, weil die Natur noch nicht so ausgetrocknet ist.
Doch Blätter und Hölzer die im Garten herumliegen, sind oft nur vom letzten Niederschlag oberflächlich befeuchtet und weiter unten so trocken, dass sie sprichwörtlich brennen wie Zunder.
Sicherheitstipps
- Im Umkreis der Feuerstelle sollten sowohl am Boden wie auch oberhalb keine brennbaren Gegenstände oder Pflanzenteile sein. Als Faustregel sollte gelten, dass im Umkreis von drei Metern alles frei sein sollte.
- Ein ebener Untergrund sorgt für einen festen Stand des Grills. Das ist wichtig, damit der Grill nicht umkippen kann. Wer über offenem Feuer grillen möchte, sollte die Feuerstelle mit Steinen rundherum begrenzen und darauf schauen, dass keine trockenen Gräser rundherum sind, die einen Flächenbrand auslösen können.
- Beim Entzünden mit Hilfsmitteln wie Grillanzünder oder Spiritus ist besondere Vorsicht geboten. Die schlimmsten Unfälle passieren durch Leichtsinn, wenn Flüssigkeiten im Nachhinein noch zugeführt werden.
- Abgesehen davon, dass Sauerstoff fürs Feuer benötigt wird, ist anzuraten, beim Entfachen von Feuern in Kaminen, die Räume gut zu lüften.
- Durch das Verbrennen von Holz wird Sauerstoff aus der Luft gebunden. Eine schlechte Belüftung lässt das Feuer ausgehen und kann zu Unfällen führen, wenn die Luft zum Atmen zu „dünn“ wird.
- Feuerstellen dürfen nicht unbeaufsichtigt bleiben. Auch wenn es für Gäste unangenehm ist, im Rauch zu sitzen, darf ein brennender Grill nicht außer Sichtweite betrieben werden.
Nur so können unkontrollierte Brände rechtzeitig bemerkt und gelöscht werden. Auch wer sich absolut sicher ist, ein wahrer Grillmeister zu sein, macht nichts verkehrt, wenn er Löschwasser bereitstellt.
In vielen Gemeinden sind offene Feuer in Gärten ganz untersagt. Hier gilt es, sich zu informieren!
Wind als umstrittener Helfer
Wind kann ein Helfer sein, wenn es darum geht, ein Feuer anzuzünden. Aber er ist auch ein Feind. Denn Windböen können Funken und Glut von der Feuerstelle weg wehen. Löcher in der Kleidung sind da noch das kleinste Problem. Trockene Rasenflächen können im wahrsten Sinne des Wortes in Windeseile in Flammen stehen.
Tipp: Schwarzmalen ist unnötig. Trotzdem kann ein Handy im Notfall dafür sorgen, dass schnell Hilfe kommt. Es sollte daher immer ein Telefon griffbereit sein.
Unterstützende Substanzen
Das Sortiment an unterstützenden Substanzen zum Anzünden von Feuer ist groß. Ob flüssig oder fest – Grill- oder Kohleanzünder sind seit Jahren in Gebrauch.
Vor allem aus den Zeiten, als die Öfen noch die einzigen Heizquellen waren, haben sich die vorportionierten Stücke etabliert und sind auch heute noch gern verwendet. Schwört ein Kenner auf Flüssigbrennstoffe, gibt es mindestens einen anderen, der feste bevorzugt. Und jeder hat gute Argumente. Am Ende hilft hier nur, selbst auszutesten, womit man am besten klar kommt.
In Zusammenhang mit unkontrollierten oder vorsätzlich gelegten Bränden ist übrigens von Brandbeschleunigern die Rede, wenn es um Anzündhilfen geht.
Das Anzünden mit Flüssigbrennstoffen
Vorsicht: Unter Flüssigbrennstoffen versteht man Spiritus, Flüssiggase oder auch die Brennstoffe, die wir in unsere Autos füllen, also Diesel und Benzin.
Für Heizungen werden Heizöle verwendet und Lampen mit entsprechenden Flüssigkeiten, wie Petroleum oder Lampenöl betrieben. Diese sollten auf keinen Fall zum Anzünden verwendet werden!
Im Zusammenhang mit dem Grillen sind Spiritus und auf Alkoholbasis hergestellte Grillanzünder in Verwendung.
- Der Vorteil von flüssigen Anzündhilfen ist die Entstehung schneller und lodernder Flammen. Doch oft sind die so schnell wieder abgeflaut, wie sie entstanden sind, weil Grillkohle nur oberflächlich benetzt wurde.
- In der Praxis ist es daher sinnvoll, auch unter die Kohle etwas von dem Grillanzünder zu geben und die Kohle dann in Schichten aufzutragen und jede Schicht zu benetzen.
- Allerdings wird das Anzünden von unten her, inzwischen nicht mehr unbedingt empfohlen. Sie sollten diese Flüssigkeiten nicht einsetzen. Verpfuffungen und Verbrennungen drohen. Um das Feuer dann zu entzünden, reicht ein brennendes Streichholz, das einfach hinzugeworfen wird.

Das Anzünden mit Festbrennstoffen
Feste Brennstoffe sind eigentlich schon Holz, Kohle oder Briketts. Auch Pellets zählen dazu, wenn wir die Heizbrennstoffe berücksichtigen.
Beim Grillen stellt sich jedoch die Frage, wie diese zum Brennen gebracht werden und welche Anzünder dabei unterstützen. Und da denken wir zuerst an die Platten, mit den vorgestanzten Sollbruchstellen, die aus Wachs und Holz hergestellt werden.
Wie die Größe der vorgesehenen Portionen bei festen Brennstoffen zustande kam, wird wohl auf ewig ein Geheimnis der Hersteller bleiben.
Ob es tatsächlich einen Feuerspezialisten gibt, der einen Grill mit nur einer Portion in Gang bekommt?
- Gelegenheitsgriller verbrauchen fast eine ganze Packung für ein Feuer, weil es scheinbar nicht möglich ist, die Grillkohle dauerhaft am Brennen zu halten, so dass eine Glut entsteht.
- Profis haben die Anzündkamine, die das Feuer machen auf dem Grill wirklich erleichtern können.
- Der Vorteil beim festen Grillanzünder ist, dass dieser direkt angezündet wird, bevor er auf den Grill gelegt wird.
Luftzufuhr mit Fächern oder Fön
Der Trend geht zum schadstofffreien Anzünden von Grillkohle. Daher wird auf flüssige oder feste Grillanzünder gern verzichtet. Hier können Fächer oder Fön eingesetzt werden, um das Feuer anzufachen und die Glut am Glimmen zu halten.
- Es gibt bereits Grillfächer, die speziell auf diese Funktion ausgerichtet sind und der leicht entflammbaren Variante aus einer zusammengefalteten Zeitung vorzuziehen sind.
- Für eine gefahrenfreie Anwendung ist etwas Übung nötig. Übereifer kann zum Funkenflug führen.
- Der Vorteil dieser Varianten ist eindeutig, dass dem Grillgut keine Verbrennungsrückstände wie aus den chemischen Anzündern zugeführt werden.
No-Gos beim Feuer machen
Papier
Ein absolutes No Go beim Feuer machen, ist die Verwendung von Papier.
- Vor allem die gute alte Zeitung ist in die Kritik geraten, weil sie Druckerschwärze enthält. Inzwischen haben sich zwar die Druckverfahren geändert und die einst giftige Schwärze wurde durch andere Stoffe ersetzt, trotzdem ist Papier zum Entzünden von Feuer nicht geeignet.
- Es brennt viel zu schnell nieder und legt sich dann in einer dünnen Schicht von Asche auf die Kohlen, so dass die Luftzufuhr eingeschränkt ist.
- Außerdem werden Stoffe frei gesetzt, die die Umwelt belasten. Die feinen Aschepartikel können bei Wind oder manueller Zufuhr von Luft auch auf dem Grillgut landen.

Nachgießen
- Unter dem Punkt Sicherheit, wurde bereits über das Nachgießen von flüssigem Grillanzünder informiert. Dies ist ein absolutes No Go – es gefährdet nicht nur den, der etwas nachgießt, sondern ggf. auch umstehende Personen.
Keine Spielwiese
Die Feuerstelle ist keine Spielwiese.
- Herumtollende Kinder, Hunde, fliegende Bälle oder Frisbees können den Grill zum Kippen bringen und Brände verursachen.
- Dabei könnten Personen oder Haustiere verletzt werden. Das sollte vermieden werden.
- Feuer hat besonders auf Kinder eine große Anziehungskraft. Trotzdem sollten Kinder nicht zu nah ans Feuer gelassen werden und nur altersgerecht an den Umgang mit Feuer herangeführt werden.
Fazit
Auch beim fachgerechten Anzünden von Feuer, führen viele Wege zum Ziel. Die Wahl des Brennstoffes (Holz, Kohle, Holzkohle, Brikett) und des Anzünders spielen eine große Rolle.
Äußere Umstände wie Sauerstoff und Feuchtigkeit beeinflussen das Brennverhalten. Mit etwas Übung kann jeder zu einem echten Feuerprofi werden.

