Veröffentlicht in der Kategorie Grill-Goods am 25 August 2020
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Dutch Oven – Aufbau, Typen, Funktionsprinzip und Grillweise


Dutch Oven

Der Dutch Oven wird zu einer echten Alternative zum klassischen Grill. Mit der Feuerschale kann gebraten, gekocht, geschmort und gebacken werden. Der Dutch Oven hat eine lange Historie und wurde bereits im 18. Jahrhundert erfunden.

Durch die Fertigung aus Gusseisen ist die Verwendung und Zubereitung von Speisen auf offenem Feuer besser möglich. Die Feuerschale hat meistens drei Beine und das Gestell wird von einem Deckel geschlossen, welches das Innere komplett abdichtet.

Um die enthaltene Speise von allen Seiten zu erhitzen ist die Bauart mit einem hochgezogenen Deckelrand versehen.

So kann die Glut und die Asche die oben drauf liegen und beim Öffnen auch nicht in den Topf fallen. Das Gusseisen sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Hitze und speichert diese sehr lange.

Dutch Oven Aufbau

In unserem Raum wird der Aufbau oftmals noch mit einem Henkel versehen, sodass der Dutch Oven sich auch über das Feuer hängen lassen kann. Aus der langen Historie heraus hat sich die Feuerschale also kaum verändert, sondern wird auch heute noch wie damals genutzt.

Das spricht für einen guten Aufbau, mit dem sich auch heute noch sehr gute Ergebnisse erzielen lassen.

Der Dutch Oven ist durch eine schnelle Verbreitung geprägt. So wurde dieser entweder in Deutschland oder den Niederlanden erfunden und von dort aus in die USA importiert. Aber auch nach Südafrika kam der Topf aus Gusseisen sehr schnell und wurde gut angenommen.

Dutch Oven am Gestell

Die Verbreitung ging sogar bis nach Australien, in allen Ländern ist der Dutch Oven durch die einfache Zubereitung sehr beliebt.

Durch die klassische Topform und die drei Beine wird der Dutch Oven auch Grapen genannt. Grapen entstanden bereits im 12. Jahrhundert und konnten auch ins offene Feuer gestellt werden. Der Zusatz „Oven“ entstand dadurch, dass in dem Topf beispielsweise auch Brot gebacken werden kann und dieser luftdicht abgeriegelt ist.

Die Bauart und der Aufbau unterscheiden sich je nach Ausführung und Modell, so sind die Töpfe schon mal flacher oder eher höher und das Gusseisen dicker oder dünner.

Das Zubehör

Für die Verwendung des Dutch Oven sind zwingend Feuerhandschuhe, eine Kohlezange, sowie ein Deckelheber notwendig. Da sich der Topf sehr stark erhitzt, kann dieser nicht mehr mit den bloßen Händen angefasst werden und benötigt auch sehr lange zum Auskühlen.

Um den Deckel nach dem Garen anzuheben wird der Deckelheber benötigt, mit dem sich der Grapen öffnen lässt. Durch die Feuerhandschuhe kann dieser dann angehoben werden, um die Speisen zu entnehmen.

Die Kohlezange ist dafür da die Kohle rund um den Kessel zu verteilen und auch oben auf den Topf auszulegen, um eine gleichmäßige Hitzeeinwirkung herzustellen.

Garmethoden

Was die Garmethoden angeht, so kennt der Dutch Oven quasi keine Grenzen. Der Topf kann so lange wie notwendig in der Feuerstelle bleiben, was je nach Gericht dann variiert wird.

Neben Kochen, Braten, Backen und Schmoren, wäre sogar Frittieren möglich. Ein sehr beliebtes Gericht ist das Schichtfleisch, bei dem das Fleisch im Dutch Oven übereinander gestapelt und mit Gewürzen oder anderen Zusätzen versehen wird und dann bis zu 12 Stunden in der Feuerstelle gegart wird.

Bohnen zubereitet in einem Dutch Oven

Den Dutch Oven vorbereiten

Vor der Nutzung sollte der Dutch Oven zunächst gereinigt werden, dabei sollte allerdings beachtet werden, dass kein Spülmittel verwendet werden darf, da sonst die Patina zerstört werden und das Reinigungsmittel in die Poren des Metalls eindringen kann.

Gesundheitsschädlich wird das bei kleinen Mengen zwar nicht, allerdings kann der Geschmack des Gerichts durch diese Mittel deutlich verändert werden, wodurch der Topf damit dann unbrauchbar wird.

Wenn Essensreste doch entfernt werden müssen, sollte nur warmes Wasser und ein Pfannenheber zum Einsatz kommen. Danach einfach den Innenraum abtrocknen und gegebenenfalls mit etwas Öl einreiben.

Dutch Oven neu einbrennen

Nach einem Reinigungsvorgang kann es sein, dass der Dutch Oven neu eingebrannt werden muss. Auch bei neuen Modellen kann es sein, dass dieser Vorgang noch selber durchgeführt wird.

Bei einer Temperatur von 200-250 Grad werden die Poren des Metalls geöffnet und das Öl wird besser aufgenommen. Dann bildet sich eine Beschichtung die das anhaften der Speisen verhindert.

Dafür muss der Dutch Oven mit dem Deckel nach unten beispielsweise auf ein Feuer gelegt werden und anschließend 1,5 bis 2 Stunden dort ausharren.

Diese Beschichtung, auch Patina genannt, gilt es immer wieder aufzufrischen oder zu erneuern, in dem regelmäßig ein Einbrennen durchgeführt wird oder auf die Zubereitung von sauren Speisen gänzlich verzichtet wird. Zudem kann dadurch Rost verhindert oder ausgebrannt werden.

Es sollte zudem auf die richtige Lagerung geachtet werden. Da während des Garens Fett in die Poren des Metalls einziehen kann, sollte der Topf nie mit geschlossenem Deckel gelagert werden, da das Innere sonst nicht mit ausreichend Luft versorgt wird und der Topf ranzig werden kann, was sich dann sehr negativ auf den Geschmack auswirkt.

Außerdem muss dieser absolut trocken gelagert werden, damit sich kein Rost bilden kann, dieses Risiko besteht auch bei einer sehr dicken Patina!