
Im Gegensatz zu dem herkömmlichen Grill, ist der Grillkamin ein witterungsbeständiger Grill aus beispielsweise Beton, Mauerwerk oder Metall. Neben dem wohligen Kamineffekt, kann er auch zum Grillen genutzt werden. Oft finden sich Grillkamine in Gärten.
Unterschieden wird grundsätzlich zwischen Grillkaminen aus Metall oder Stein. In Sonderfällen ist auch eine Kombination der beiden Materialien möglich, indem der Unterbau meist aus Stein besteht und der Rauchfang aus Metall besteht.
Traditionell stehen diese Grills eher im Garten oder auf der Terrasse, mittlerweile gibt es aber auch schon mobile Grillkamine mit Rollen, die sich je nach Sonne und Windrichtung ausrichten lassen.
Funktion
Mit einem Grillkamin ist vor allem das direkte Grillen einfach möglich.
- In der Mitte des Unterbaus wird das Grillrost befestigt. Dort wird über die Lüftungsöffnungen zwischen Unterbau und Brennkammer die Glut stetig mit Luft versorgt.
- Der Kamineffekt trägt dazu bei, dass erhitzte Luft und Rauch über den Rauchfang abgeführt werden. Dadurch wird der Rauch nicht nur besser vom Grill weggezogen, sondern verteilt sich auch besser in der Umgebungsluft.
Konstruktion
Im Wesentlichen spricht man von vier Bestandteilen.
- Der Unterbau ist meist auf einer massiven Bodenplatte aus Stein oder Beton gesichert. Dieser Ort ist oftmals auch für die Lagerung von Brennmaterial geeignet.
- Darüber befindet sich die umschlossene Feuerkammer, welche zusätzlich mit einem Aschekasten ausgestattet sein sollte, welcher direkt unter der Feuerkammer liegt. Nach dem Gebrauch sollte dieser regelmäßig geleert werden.
- Bei manchen Modellen ist zwischen dem Unterbau und der Feuerkammer auch eine Tischplatte zum Abstellen des Grillguts verbaut. Diese Komponente findet hauptsächlich Anwendung in mobilen Ausführungen.
- Ein Ofenrohr bildet die Spitze des Grillkamins, um den Rauch abzuführen.
Befeuerung und Anheizen
- Für einen klassischen Holzofengeschmack sollte man bei der Befeuerung Buchenholz verwenden.
- Alternativ kann man für das Grillen auch Holzkohle verwenden.
- Beim Anheizen ist die Unterstützung durch Anzündwürfel sehr zu empfehlen.
- Je nach Wunsch ist die Höhe des Grillrosts verstellbar. Bei manchen Modellen ist das Rost sogar ausschwenkbar oder wird mit einer zusätzlichen Handkurbel angeboten.
- Die Größe eines Grillkamins erlaubt eine größere Grillfläche, welche genügend Platz für jede Menge Grillgut bietet.

Den perfekten Stellplatz finden
- Boden
Am besten geeignet ist ein ebener Boden aus Beton oder Stein. Dies bietet sich vor allem für Grillkamine ohne mobilen Untersatz an. Ein Fundament ist für die meisten Grillkamine vorgesehen und muss meistens frische gegossen werden. Mobile Grillkamine sind etwas flexibler und können zum Beispiel auch auf einem Untergrund aus Kies stehen. Dennoch ist auch hier auf einen sicheren Stand und genügend Abstand zu anderen Gartenmöbeln und Personen zu achten.
- Kamin-Bodenplatte
Um den Boden optimal zu schützen, ist eine spezielle Kamin-Bodenplatte ratsam, die separat dazugekauft werden kann oder bei manchen Modellen auch schon in den Unterbau integriert ist. Damit werden Brand- oder Fettflecken vermieden.
- Abstand
Bei der Auswahl des Standortes ist wichtig darauf zu achten, dass ausreichend Abstand zu anderen Gartenmöbeln eingehalten wird. Experten empfehlen einen Mindestabstand von 1,5 Metern, da den Kamin auch Glutreste verlassen können.
Vor- und Nachteile
Vorteile
Gegenüber einem normalen Grill hat der Grillkamin viele Vorteile.
- Zum einen wird der entstandene Rauch direkt über den Rauchfang abgeführt und verteilt sich dadurch besser in der Umgebungsluft.
- Zusätzlich bleibt er auch bei schlechtem Wetter viele Jahre erhalten, da er aus robustem Material besteht.
- Die Auswahl der verschiedenen Modelle ist sehr groß und bietet ein breites Angebot in verschiedenen Preisklassen. Je nachdem welche Zusätze am Grill gewünscht werden können individuelle Wünsche berücksichtigt werden.
- Sofern der Grill ordnungsgemäß gereinigt wird, ist er zu jedem beliebigen Zeitpunkt einsetzbar. Das Grillvergnügen wird so nicht nur auf den Sommer beschränkt, sondern ist auch in den Wintermonaten möglich.
- Einen weiteren Pluspunkt stellt die Befeuerung mit verschiedenen Holzarten oder Holzkohle dar. Je nachdem was gerade zur Verfügung steht, kann hier flexibel gehandelt werden.
- Zusätzlich ist der Aufbau eines Grillkamins nicht sonderlich schwer. Es braucht also keine erweiterten Kenntnisse, um ihn zu bedienen.
- Hinzu kommt, dass der Grill gerade in warmen Sommernächten eine angenehme Atmosphäre verbreitet und nicht nur auf die Zubereitung von Essen begrenzt ist.
Nachteile
Nichtsdestotrotz gibt es auch einige Nachteile, über die man sich vor dem Kauf bewusst sein sollte.
- Hierzu zählt vor allem die fehlende Mobilität. Verfügt man allerdings über einen Grillkamin auf Rädern, stellt dieser Punkt normalerweise weniger Probleme dar.
- Voraussetzung für die Nutzung eines Grillkamins ist ein verfügbarer Garten. Meist ist für das Aufstellen ein stabiles Fundament notwendig, das in vielen Fällen neu gegossen werden muss. Der Aufwand bei der Beschaffung ist dementsprechend höher als bei einem herkömmlichen Grill.
- Bei einer gemauerten Variante ist zusätzlich darauf zu achten, ob der Kamin beim Bauamt gemeldet werden muss. Meist ist eine Vorlage der notwendigen Unterlagen ausreichend, da der Bau eines Grillkamins als geringfügige Baumaßnahmen von niedriger Höhe eingestuft wird.
Pflege
Die gründliche Reinigung nach jeder Nutzung ist Grundlage eines langlebigen Grillkamins. Wird dies regelmäßig gemacht, bedarf der Grill nur geringfügiger Pflege.
- In den Wintermonaten sollte er durch eine Abdeckung geschützt werden.
- Wenn er dann im nächsten Sommer wieder zum Einsatz kommen soll, muss er lediglich mit einem Handbesen gereinigt werden. Ist das nicht passiert, muss er vor der nächsten Nutzung von Grund auf gesäubert werden.
- Wird der Grill das ganze Jahr gut gepflegt, ist er auch im Winter einsatzbereit.
- Sind über den Winter kleine Risse im Material entstanden, kann das auch von zu Hause behoben werden. Dafür muss die Stelle mit den Rissen zunächst ordentlich gesäubert werden.
- Im Anschluss empfiehlt sich für das Verputzen Schamottemörtel zu verwenden. Beim Kauf ist vor allem auf die Feuerfestigkeit Wert zu legen und er sollte relativ dünn angerührt werden.
Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten
Ein Grillkamin kann flexibel eingesetzt werden. Ob zum Grillen, Garen oder Backen, die Kombination von Grill und Kamin erweitern die Möglichkeiten der Zubereitungen erheblich.
Generell ist bei der Zubereitung darauf zu achten, welches Grillgut wie lange auf dem Grillrost bleiben darf. Dabei ist nicht nur auf das verwendete Lebensmittel zu achten, sondern auch auf die Art des Grills.
Bei erstmaligen Einsatz kann beobachtet werden, wie sich der Grillkamin beim Einsatz verhält. Dieses Wissen kann für die nächsten Grillerlebnisse eingesetzt werden.
Grillen und Garen
Genau wie bei einem normalen Grill funktioniert auch hier das Grillen nach dem gleichen Prinzip.
- Beim Anfeuern sollten Anzündwürfel verwendet werden, damit in kürzester Zeit eine ordentliche Glut entsteht.
- Danach gilt es abzuwarten, bis sich die Grillkohle leicht weiß verfärbt, beziehungsweise sich eine feine Ascheschicht bildet. Ab diesem Zeitpunkt kann das Grillgut aufgelegt werden.
- Achten Sie beim Wenden und Drehen darauf, dass möglichst keine Öl- und Fetttropfen in die Glut fallen, da diese die Ascheproduktion fördern.
- Ist das Essen serviert und der Grill bleibt zunächst ungenutzt, ist zu warten bis das Feuer heruntergebrannt ist.
- Nach einer Phase des Abkühlens kann der Rest der Glut mit Sand gelöscht werden.
- Das Reinigen des Grillrosts lässt sich auch bei einem Grillkamin nicht vermeiden. Falls es jedoch möglich ist, den Grillrost abzunehmen, legen Sie diesen über Nacht ins feuchte Gras. So bleibt am nächsten Morgen kaum noch Arbeit, um den Grillrost gründlich zu reinigen.
Backen
Für das Backen eines Brotes oder einer Pizza sollte ein zusätzlicher Untersatz wie ein Holzbrett oder ein Pizzastein genutzt werden. Durch die Konsistenz des Teigs muss sichergestellt werden, dass der Teig nicht durch das Grillrost auf die Glut fällt.
Wichtig ist dennoch darauf zu achten, dass die Hitze eines Grillkamin schwierig zu kontrollieren ist. Daher empfiehlt es sich, bei den ersten Versuchen, den Backprozess genauer zu überwachen und ein Gefühl für die Verwendung des Grillkamins zu bekommen.
Fazit
Wer sich einen Grillkamin anschafft, sollte sich im Klaren darüber sein, welche Anforderungen der Grill erfüllen soll. Bei Präferenz für ein mobiles Exemplar, erweist es sich als nützlich, auch normale Grills in Betracht zu ziehen.



