
Der Keramikgrill, der ursprünglich aus Asien stammt, erfreut sich in den letzten Jahren auch in unseren Breitengraden wachsender Beliebtheit. Das mag wohl hauptsächlich daran liegen, dass er ein praktisches Multifunktionsgerät und dazu noch sehr hochwertig und langlebig ist. Doch was macht den Keramikgrill eigentlich um so viel besser als herkömmliche Grills? Es liegt zum einen an der Form, zum anderen am Material, so viel sei verraten…
Wie funktioniert der Keramikgrill?
Grundsätzlich funktioniert ein Keramikgrill wie andere Arten von Grills auch.
- Konstruktion
Neben dem Rost besitzt er Lüftungsöffnungen und einen Deckel.
- Beheizung und Befeuerung
Der Grill wird in klassischer Form durch Holzkohle beheizt. Hierbei ist eine Besonderheit, dass nur ganz wenig Kohle benötigt wird und dass die Temperatur konstant zwischen 70 und 400 Grad gehalten werden kann. Die Temperatur kann durch die Zufuhr von Luft beeinflusst werden. Durch diese Möglichkeit kann frei entschieden werden wie schnell das Grillgut garen soll.
Zur Befeuerung eines Keramikgrills wird also normalerweise Holzkohle oder auch ganz normale Kohle verwendet. Geschickter ist es grundsätzlich eher weniger Stücke Holzkohle zu verwenden, dafür aber größere.
Der Grill kommt mit sehr wenig Brennmaterial aus. In selteneren Fällen wird auch Holz zur Befeuerung verwendet.
- Material
Das Material des Grills, die Keramik, bewirkt dabei, dass er Wärme sehr gut speichert, was sich wiederum im außergewöhnlich geringen Verbrauch von Holzkohle niederschlägt. Durch sein Material besitzt der runde asiatische Grill besondere Eigenschaften. Keramik hat den Vorteil, dass sie Wärme gleichmäßig und über viele Stunden hinweg speichern und an die Luft abgeben kann. Das ist der Grund warum die Temperatur in dieser speziellen Art von Grill so lange und so gleichmäßig gehalten werden kann.
- Varianten
Es gibt verschiedene Varianten von Keramikgrills: den klassischen Grill, den Grill mit Gas, den Keramikgrill mit einer integrierten Ablage und ein Modell, das in einen Tisch eingesetzt werden kann.
- Beschreibung der Funktion
Ein Keramikgrill funktioniert vom Prinzip her ähnlich wie ein Kamin. Die Holzkohle wird in den unteren Bereich der Kugel gelegt.
Wichtig ist es, große Stücke von Holzkohle zu verwenden, da diese länger brennen können. Der Grill produziert nur erstaunlich wenig Asche. Er ist grundsätzlich einfacher zu bedienen als viele andere Grills.
Durch die Belüftungslöcher kann kontrolliert Sauerstoff ins Innere der Kugel eingeleitet werden, damit die Hitze aufsteigt und die Speisen auf dem Rost über der Holzkohle garen. Wie hoch die Temperatur im Inneren der Kugel ist, kann durch ein integriertes Thermometer gesteuert werden.
- Form und Modelle
Ein Keramikgrill ist in der Form einer Kugel aufgebaut. Dies gilt zumindest für den Großteil der Modelle. Die Kugel besteht aus einer dicken Schicht Keramik, was den entscheidenden Unterschied zum besser bekannten normalen Kugelgrill aus Metall ausmacht.
Der klassische Keramikgrill ist in schwarzer Farbe erhältlich. Es gibt sie aber auch immer öfter in bunten Farben zu kaufen. Aufgrund ihres Materials haben die Grills ein sehr hohes Gewicht zwischen 50 und 150 Kilo.
- Thermometer und Beschläge
Im Deckel ist ein Thermometer eingearbeitet, das dabei hilft die richtige Gartemperatur zu ermitteln. Keramikgrills sind außergewöhnlich robust und langlebig. Diese Tatsache kann über ihren relativ hohen Preis hinweg trösten.
Meistens besitzen die Grills Beschläge aus Edelstahl oder rostfreiem Stahl. Die runde Grillkugel steht entweder auf stabilen Füßen oder auf einem robusten speziellen Gestell.
Der Kamado: das Innere des Grills
Das Innere des Keramikgrills, der auch Kamado genannt wird, besteht aus zwei Schalen, die in einander gestellt werden.
- Am Boden der inneren Schale befindet sich der Grillrost aus Gusseisen oder Edelstahl.
- Im Inneren der äußeren Schale wird dann die Holzkohle verteilt und angezündet.
- Auf den Rand der äußeren Schale wird auch der so genannte Feuerring aufgesetzt, der für den Abstand zwischen Kohle und Grillgut sorgt.
- An der äußeren Schale gibt es außerdem einen Schieberegler mit dem die Luftzufuhr und somit die Temperatur des Grills reguliert werden kann.
Grillmöglichkeiten
Direkt oder indirekt?
In einem Keramikgrill kann direkt oder indirekt gegrillt werden. Für die direkte Art des Grillens muss nur der Rost aufgelegt werden. Wenn indirekt gegrillt werden soll, wird eine Hitzeplatte auf den Feuerring aufgelegt, um Glut und Grillgut zu trennen.
Diese Platte besteht ebenfalls aus Keramik und ergänzt die gute Wärmespeicherung des Grills. Über die Trennplatte muss noch ein Rost oder auch ein Pizzastein gelegt werden.
Manche Grills besitzen im Deckel zusätzlich zum Thermometer eine weitere Möglichkeit, um die Luftzufuhr zu regulieren.
Die Wölbung des Deckels bewirkt zusätzlich schon von ganz alleine eine verbesserte Luftzirkulation. Außerdem kann eine zweite Ebene zum Grillen oder Backen in Form eines Rosts eingezogen werden.
Der Grill muss immer fest verschlossen sein, was daran zu erkennen ist, wenn keine Gerüche austreten. Nur dann kann das Ergebnis ideal werden.

Multifunktionalität
- In einem Keramikgrill kann sowohl schonend gegart werden als auch schnell.
- Er kann nicht nur zum Grillen von Fleisch benutzt werden, sondern auch zum Backen.
- Mit Hilfe eines Deflektorsteins, der zugekauft werden kann, lassen sich problemlos Pizza, Brote, Brötchen oder sogar Kuchen backen.
- Des Weiteren lässt sich der Grill als Smoker verwenden. Unter Einsatz von aromatisierten Chips entsteht das jeweils gewünschte Raucharoma.
Ursprung und Geschichte
Die asiatische Bezeichnung für einen Keramikgrill ist Kamado Grill. Ursprünglich stammen diese Geräte aus China, wo sie seit vielen Jahrhunderten zur Zubereitung aller Arten von Speisen oder auch als ritueller Reiskocher verwendet wurden.
Nach und nach verbreitete sich das praktische Kochgerät über ganz Asien bis hin nach Japan, wo es heute eine Form des Keramikgrills gibt, der sich Mushikamado nennt. Die Namen ergeben sich aus den asiatischen Begriffen für Keramikbehälter, die mit Holzkohle befeuert werden. Manchmal wurde als Brennmaterial auch normales Holz verwendet.
Traditionell wurde im Kamado bzw. im Mushikamado oft Reis zu zeremoniellen Zwecken zubereitet. Die Verwendung von Ton zur Herstellung von Geschirr war in vielen Kulturen seit langer Zeit weit verbreitet. Funde lassen vermuten, dass in China bereits vor 3.000 Jahren Grills aus Keramik benutzt wurden.
In Europa und den USA kennt man den Keramikgrill erst seit den 50er Jahren. Sie kamen zu uns als in Japan stationierte US-Soldaten die leckeren Speisen aus dem Kamado kennenlernten, sie sehr schätzten und den Grill letztendlich nach Amerika brachten.
All-in-one-Gerät heute
Das All-in-one-Gerät zum Grillen, Kochen, Backen und Smoken wird in den letzten Jahren immer beliebter. Das Multitalent aus Asien ist der moderne Nachfolger traditioneller Öfen aus Ton und ähnlichen Materialien.
Der Ofen speicherte die Wärme und gab sie gleichmäßig über einen langen Zeitraum ab, was zu früheren Zeiten wo es noch keine Elektrizität gab, sehr praktisch war.
Bei dieser Art des Garens gab es keinen Feuchtigkeitsverlust, denn die aufsteigende Feuchtigkeit aus den Speisen wurde ebenfalls von den Wänden des Ofens aufgenommen und blieb so erhalten.
Die modernen Kugelgrills hingegen sind in unseren Breitengraden heute eher ein Barbecue-Grill ist als ein Ofen.
Garen
- Das Garen im Keramikgrill funktioniert zum einen so gut aufgrund seiner Fähigkeit, die Temperatur zu speichern und weil sie sich exakt einstellen lässt.
- Die Luftzirkulation im Inneren der Kugel sorgt zudem dafür, dass das Grillgut von beiden Seiten Hitze bekommt und daher effizienter gegart werden kann. So trocknet das Fleisch weniger aus und bleibt saftiger, ganz egal ob es schnell oder über einen langen Zeitraum gegart wird.
Grillen
Der Kamado eignet sich vor allem für den anspruchsvollen Grillmeister.
- Wer hochwertiges Fleisch kauft, für den ist ein solcher runder Grill ideal, denn er würdigt die Qualität des Fleisches erst richtig.
- Grill-Fanatiker können mit Hilfe dieses Gerätes ihr Grillvergnügen erst so richtig zelebrieren, denn es ist möglich die Art des Grillens zu variieren.
- Ganz besonders eignet sich der Keramikgrill für die Zubereitung von Steaks, Braten oder Rippchen über den glühenden Kohlen. Während des Grillvorgangs ist darauf zu achten, dass der Deckel nicht zu schnell geöffnet wird, da sonst eine Flamme entstehen kann.
- Wichtig zu wissen ist auch, dass der Grill eher lange braucht bis er auf Temperatur ist und sich deshalb für ungeduldige Griller eher weniger eignet. Es ist also empfehlenswert den Grill schon einige Zeit vor dem Gebrauch anzuheizen.
Backen
- In einem Keramikgrill können auch sehr gut Brot, Brötchen oder Kuchen gebacken werden.
- Der Vorgang ist ganz einfach und ohne großen Aufwand möglich.
- Hinzu kommt, dass die Backwaren einen ganz eigenen sehr guten Geschmack bekommen. Gerade die hohen Temperaturen von bis zu 400 Grad prädestinieren den Grill fürs Backen. Da er sich auch gegen Außenluft abriegeln lässt, wird die Kruste des Brotes schön knusprig und das Innere bleibt gleichzeitig saftig und locker.



