Die Messermanufaktur Marttiini – Filetiermesser mit Weltruf - Grillen.io
Veröffentlicht in der Kategorie Grillmagazin am 20 Dezember 2022
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Die Messermanufaktur Marttiini – Filetiermesser mit Weltruf


Marttiini Messer

Die raue und schonungslose Natur Skandinaviens soll sich mit diesen Messern zähmen lassen. Die qualitativ hochwertige Handarbeit gepaart mit einem klaren nordischen Design – mit diesem Credo hat die Messermanufaktur Marttiini die Welt erobert.

Wer hat es erfunden?

Janne Marttiini wurde im Jahr 1893 in dem finnischen Dorf Kierinki in Sodankylä geboren. Mangels Schulen in der Nähe des Dorfes erfuhr er keine Schulbildung und begann 1909, mit 16 Jahren, eine Ausbildung zum Schmied bei Matti Tapio in der Stadt Rovaniemi und beschlug unter anderem Pferde.

Nach seiner Lehre kehrte er in sein Heimatdorf zurück und erlangte in zehn Jahren, als Dorfschmied, Bekanntheit, die bis Vesisaari in Norwegen reichte.

Durch sein politisches Engagement beim damaligen Verkehrsminister erwirkte er einen Straßenausbau (der Straße Meltaus-Sodankylä), infolgedessen er seinen Lebensmittelpunkt verlegte und begann Sensen in Rovaniemi zu schmieden.

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Die Entstehung einer Weltmarke

Johannes Lauri war Hornschnitzer, unweit Marttiinis Schmiede, und schlug ihm vor Messer herzustellen. Gemeinsam gründeten sie eine Fabrik für Messer. Aus der Fabrik wurde 1928 eines der ersten finnischen Metallunternehmen, das Klingenwerkzeuge und Kaffeemühlen fertigte.

Marttiini integrierte viele Familienangehörige in seine von Hand erledigten Produktionsprozesse und fuhr selbst mit dem Fahrrad in der Stadt umher, um seine Klingen bekannt zu machen. Die Handstücke wurden, wie heute auch, durch Tauchen lackiert und bleiben handgemacht.

Seine Messer wurden geschmiedet und beim Härtungsvorgang in Sand abgekühlt. Das hatte zur Folge, dass seine Messer nach dem aufwendigen und akribischen Prozess des Schleifens eine besondere Schärfe aufwiesen, für die seine Manufaktur bis heute bekannt ist.

1930 eröffnete Marttiini einen Namenswettbewerb für ein neues Messermodell. Der Name „Lynxmesser“ gewann und bezeichnet ein Messermodell, das heute noch Teil der Fertigung ist und bereits 4 Millionen Mal produziert wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Fabrikgebäude wiederhergestellt und im Laufe der Jahrzehnte mit innovativen Anlagen erweitert.

In den folgenden Jahrzehnten gewann die Manufaktur mehrere Goldauszeichnungen für die Qualität und Schärfe ihrer Messer. 2005 übernahm der weltweite marktführende Konzern für Angelausrüstung, Rapala VMC LtdCorp., die Anteile an der Marttiini Ltd. der Familie Marttiini und verhalf der Marke zu globaler Bekanntheit.

Besonderheiten der Messermanufaktur Marttiini

Janne Marttiini war sehr redegewandt und ein Pionier in Selbstvermarktung. So gewann er in den Gründungsjahren auf einer Landwirtschaftsausstellung in Wyborg mit seinem Luchs-Messer den ersten Preis und erweiterte damit seine Bekanntheit erstmalig international. Bei seinem wachsenden Erfolg kam ihm eine finnische Besonderheit zugute.

In Finnland bekommen Messer einen Namen, was anderen Werkzeugen vorenthalten ist. Diese Namen enden in der Landessprache mit „puuko“ und „veitsi“ und wurden auf diesem Wege von einem Werkzeug zu einem Begleiter für Generationen.

Zwischen 1930 und 1940 wurden bei Marttiini Messerscheiden zugekauft, die von Familien aus Lappland hergestellt wurden. Ein weiteres gesellschaftliches Band des Unternehmens zu den Menschen der erweiterten Region resultierte daraus.

Auch hier erwirkte J. Marttiini eine Art Identifizierung mit seinem Unternehmen und dessen Produkten. Durch ein selbst entwickeltes Scheideneisen konnte die Manufaktur das Scheidenleder effizienter in Handarbeit verzieren und gleichbleibende Qualität in diesem Arbeitsschritt gewährleisten.

Verzierungen waren ein künstlerischer Weg dem Besitzer eines Alltagsmessers, neben seinem eingravierten Namen, eine persönliche Note zu verleihen. Gerade Messer aus den 1940er Jahren weisen dekorative Verzierungen im antiken Stil auf und sind auf dem Markt sehr begehrt.

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Messertypen

Die traditionellen Messer der Manufaktur sind bis heute das Lynxmesser, das Kierinki und das Lappmesser. Ersteres ist ein universeller Klassiker von geringer Größe. Das Kierinki trägt den Namen Marttiinis Heimatdorfs und hat seine Stärken beim Schnitzen.

Das Lappmesser ist ebenfalls universell einsetzbar und ist zusätzlich als Jagdmesser geeignet. Neben einer ganzen Reihe an Outdoor- und Funktionsmessern ist das Filetiermesser weltbekannt für seine Schärfe und Langlebigkeit. Dieser Messertyp hat als Anglerzubehör und in Küchen aller Welt Berühmtheit erlangt. Zum Repertoire gehören auch durch den Kunden individuell zusammenstellbare Unikate.

Weltruhm durch Beständigkeit

Noch heute haftet den Messern der Marke Marttiini ihr ursprüngliches Image an. Mit ihnen soll sich die raue und schonungslose Natur Skandinaviens zähmen lassen. Die qualitativ hochwertige Handarbeit behielt die Manufaktur über Jahrzehnte bis in die Gegenwart fest im Blick. Das Design der Messer ist nordisch und klar. Die verwendeten Materialien kommen aus der regionalen Natur Finnlands.

Skandinavischer Stahl ist für seine Qualität und Robustheit weltbekannt. Die Messergriffe werden aus heimischen Hölzern hergestellt und veredelt. Klingen des Hauses Marttiini stehen für beständige Qualität und Langlebigkeit in allen Einsatzbereichen.