Grillen in einer Grillkota - eine lange skandinavische Tradition - Grillen.io
Veröffentlicht in der Kategorie Grillmagazin am 20 Dezember 2022
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Grillen in einer Grillkota – eine lange skandinavische Tradition


Grillkota

In einer Grillkota können lange Winterabende gemütlich in der Gemeinschaft verbracht werden. Wer hat es erfunden? Die Finnen waren es. Die langen kalten Winter hoch im Norden haben die Menschen dort auf eine geniale Idee gebracht.

Alte Bräuche modern interpretiert

Die heutzutage bekannten Grillkotas stammen von dem skandinavischen Volk der Samen ab. Dieses musste sich an die meist sehr extremen Wetterbedingungen im Norden anpassen. Ein sicherer und warmer Zufluchtsort war für sie besonders wichtig. Demzufolge bauten sie sich runde, große Zelte mit einer Feuerstelle in der Mitte und einer Öffnung für den Rauchabzug in der Mitte des Zeltdachs.

So konnte die gesamte Familie um die Feuerstelle sitzen, ihr Essen zubereiten und war durch die Wärme bestmöglich vor dem kalten und rauen Wetter des skandinavischen Nordens geschützt. Der Boden wurde mit Reisig und Fellen ausgelegt, auf welchem selbst die Hunde einen Platz fanden.

Fleisch wurde über dem Rauch getrocknet oder die Speisen direkt im Feuer zubereitet. Jeder hatte genügend Platz und konnte nah genug an der Feuerstelle sitzen. Die Samen sind bekannt für ihre Traditionen und diese Bauweise ist ein fester Bestandteil. Aus dieser Bauweise hat sich die heute bekannte und beliebte Grillkota entwickelt.

Waren die Wände früher aus Fellen und Stoffen, so sind diese einer robusten Holzbauweise gewichen. Die heutigen Kotas sind mehreckig gebaut und meist aus massiven nordischen Fichtenholzstämmen. Mittlerweile schmücken eine Tür mit kleinem Vordach und eingebaute Fenster das Äußere einer Grillkota. Das Dach verläuft weiterhin spitz zu und hat einen kleinen Rauchabzug.

Im Inneren wurde sich mehr an die traditionelle Bauweise gehalten. Der Mittelpunkt ist weiterhin die offene Feuerstelle. Um sie herum verlaufen Sitzbänke aus Holz, die noch heute gern mit Fellen dekoriert werden.

Über der Feuerstelle befindet sich ein Rauchfang, der den Rauch auffängt und über den Abzug nach außen leitet. Der Grill ist aus robustem Stahl gefertigt und besitzt in den meisten Fällen ausklappbare kleine Tische, an denen jeder gemütlich essen kann. Die Größe der Kotas kann stark variieren, je nach Wunsch können bis zu 30 Personen Platz in der Hütte finden.

Gemütliche Abende im Warmen und die entstehende Geselligkeit erfreuen immer mehr Haushalte und lassen die Kotas an Beliebtheit zunehmen. Mittlerweile gibt es sie sogar nicht nur als klassische Grillkota, sondern auch als eigne Holzhütte mit Saunafunktion. Beides in einem ist ebenso möglich und in verschiedenen Varianten erhältlich.

Viele Interessierte sind beeindruckt von der Geräumigkeit, sehen die niedrigen Hütten von außen eher klein und beengt aus. Durch die mehreckige Bauweise und die großen Sitzflächen ist es jedoch gemütlich und bietet genügend Platz. Die meisten der Holzhütten werden traditionell mit Holzgeschirr und Fellen geschmückt. Den eigenen Wünschen sind allerdings keine Grenzen gesetzt und somit entstehen auch dort unterschiedliche Innenbereiche.

Grillkota im Winter

Grillmöglichkeiten in der Kota

Die skandinavische Grillkota erfreut sich immer mehr an Beliebtheit. Gerade Deutschland ist bekannt für seine Liebe zum Grillen, was jedoch fast hauptsächlich nur im Sommer möglich ist oder wenn die Wetterlage es zulässt. Diese Problematik gibt es bei einer Kota nicht. Wintergrillen ist einfach und gemütlich möglich. Der Innenraum ist geräumig und es kann genüsslich im Warmen gegessen werden. Um ein bestmögliches Grillergebnis zu erhalten, gibt es eine spezielle Methode. Diese dient ebenfalls dazu, die Rauchentwicklung gering zu halten und ein schönes Erlebnis zu erzielen.

Vor dem ersten Gebrauch wird dazu geraten, mindestens zwei Mal durchzuheizen, damit sich der spezielle Lack einbrennen kann und keine unangenehmen Gerüche entstehen. Ist dies geschehen, kann das erste Mal gegrillt werden. Dabei sollte der Rauchabzug am Anfang immer so tief wie möglich gehangen werden.

Wie bei den unterschiedlichen Grillmodellen, scheiden sich selbst bei der Art und Weise des Feuers die Geister. Zum einen gibt es die Möglichkeit, die Feuerstelle mit Grillkohle auszustatten. Dies ist die Methode für ein schnelles Ergebnis. Dabei wird die Kohle zu einem Haufen aufgetürmt und mit Grillanzündern durchsetzt. Diese werden angezündet und bringen die Kohle zum Brennen. Mit Fächern wird Sauerstoff zugeführt. Ist die Kohle durchgeglüht, kann auch schon gestartet werden. Wird ein schnelles Ergebnis gewünscht, ist dies die beste Wahl.

In knapp 15 Minuten kann mit dem Grillen begonnen werden. Sollten Sie allerdings nach dem Verzehr der Speisen noch weiterhin gemütlich in der Kota sitzen bleiben wollen, gibt die Kohle nicht so lange und viel Wärme ab. Im Sommer wiederum von Vorteil da nicht ganz so viel Hitze gewünscht ist, durch die warmen Außentemperaturen.

Eine andere Möglichkeit ist das Entfachen des Feuers mit altbewährtem Holz. Grillanzünder werden dabei auf dem Boden unter weichem Holz angezündet, die in Scheiten mit genügend Sauerstoffzufuhr geschichtet sind. Brennt das Holz gut und stetig, wird die erste Schicht darüber gelegt. Dieses Verfahren kann bis zu mehreren Schichten fortgeführt werden. Raucht auch hier die letzte Schicht nicht mehr, ist ein optimales Feuer entstanden, das lange und viel Wärme abgibt.

Diese Methode eignet sich perfekt für das Wintergrillen, eines der ausschlaggebenden Vorzüge der Grillkota. Aber nicht nur im Winter, sondern ganzjährig kann in der Kota gegrillt und gemütlich beisamen gesessen werden.