
Der Sommer ist da und die Grillsaison in vollem Gange. Nicht jeder Grillfreund ist ein Fan von fettigem Schweinenacken, da bietet sich ein Grillabend mit leckeren Hähnchen geradezu an. Sie sind mager und schmackhaft, nur wie grillt man Hähnchen richtig?
Bei den BBQ-Liebhabern zählt das Grillen von Hähnchen zum absoluten Grillgeschehen, leider sind Hähnchen nicht fettig und so kann es kommen, dass dieses zarte Geflügelfleisch beim Grillen entweder zu trocken wird oder sogar verbrennt, sofern man als Grillmeister nicht direkt daneben steht und aufpasst.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und mit ein paar Grill-Tipps und den richtigen Zutaten gelingt auch das Hähnchen wie vom Hähnchengrill an der Ecke.
Was gilt zu beachten
Grilltemperatur
Die Temperatur ist wichtig, da nicht das Hähnchenfleisch bei einer geringeren Temperatur langsam gar wird, sondern weil gerade Geflügelfleisch sehr empfindlich gegenüber Krankheitserregern wie beispielsweise Salmonellen ist.
Das ist der Hauptgrund, warum Hähnchen nicht wie Fleisch medium gegrillt werden darf, sondern durchgegart zubereitet werden muss.
Wird ein ganzes Hähnchen im Stück gegrillt, sollte der Grill auf 200° Celsius vorgeheizt werden. Im Anschluss, dass Hähnchen mit einem geschlossenen Deckel 1 Stunde bei indirekter Hitze, also nicht direkt über der Flamme grillen.
Läuft nach einer Stunde beim Anstechen Fleischsaft aus dem Hähnchen, ist es verzehrfertig gegrillt. Voraussetzung für diese Art zu Grillen ist ein Kugelgrill mit einem Deckel, worunter die Hitze konstant bleibt.
Grilldauer und Garzeit
Da sich ein Hähnchen aus verschiedenen Hähnchenteilen zusammensetzt, kommt es darauf an, welche Teile vom Hähnchen gegrillt werden sollen.
- Wie schon erwähnt, rechnet man für ein ganzes Hähnchen, je nach Gewicht zwischen 50 und 60 Minuten.
- Ungefähr 35 Minuten für Hähnchenbrust mit Knochen
- ohne Knochen etwa 15 bis 20 Minuten
- Geflügel circa 15 bis 20 Minuten
- Hähnchenkeule circa 25 bis 35 Minuten
Bei einer entsprechenden Vorbereitung und Temperatur von 160 bis 180 Grad beträgt die Garzeit ungefähr 90 Minuten.
In Anbetracht der Lage, dass die Hähnchen nicht alle gleichgroß sind und somit auch die Hähnchenteile in ihrer Größe unterschiedlich sein können, kann sich auch die Grillzeit und Temperatur bei der Zubereitung ein wenig verändern.
- Bei zarten Hähnchenteilen sollte die Temperatur nicht zu heiß sein, es reicht eine geringe bis mittlere Hitze. Die Hähnchenschenkel und Flügel können direkt auf dem Rost gegrillt und bei Bedarf gewendet werden.
- Für Hähnchenfilets und ganze Hähnchen eignen sich am besten Hähnchenspieße, bekannt auch als „brasilianische“ Grillspieße.

Grilltechniken und praktische Tipps
Vorsicht bei Holzkohlegrill
Beim Grillen auf einem Holzkohlegrill sollte man unbedingt darauf achten, dass die Holzkohle komplett durchgeglüht ist. Das bei den Grillkohlen entstehende Kohlenmonoxid ist gesundheitsschädlich, wenn die Grillkohlen nicht ganz durchgeglüht sind und so giftigen Rauch entwickeln. Hinzu kommt, dass die Hähnchenkeulen nur bei vollständiger Glut ihr Geschmackserlebnis freisetzen können.
Statt Holzkohle kann der Grill auch mit Briketts erhitzt werden. Über den Geschmack zwischen Holzkohle und Brikett lässt sich streiten? Für einen langen Grillabend jedoch eine gute Alternative, hauptsächlich für Fleisch mit einer längeren Garzeit.
Hähnchenbrust
- Fleischdicke beachten
Bei der Hähnchenbrust ergibt sich das Problem einer ungleichen Fleischdicke. Um auch hier ein leckeres Hähnchenfilet zu grillen, muss darauf geachtet werden, dass die Bruststücke die gleiche Dicke haben. Ist die Brust zu dick, sollte sie mittig noch einmal halbiert werden oder man bearbeitet mit einem Fleischhammer die Brust vorsichtig, bis die richtige Dicke erreicht ist. Es eignet sich für die diesen Vorgang auch eine Flasche.
- Marinieren
Schnell wird beim Hähnchenfleisch vor allem die magere Brust auf dem Grill trocken. Nach der Vorbereitung empfiehlt es sich daher, das Fleisch zu marinieren, damit es weniger austrocknet. Nach dem Angrillen (scharf) auf beiden Seiten, die Brustfilets an den Grillrand legen und mit Barbecue-Soße bestreichen und ganz sachte weitere 10 Minuten langsam grillen, bis sich eine köstliche Kruste zeigt, welche die Brust zu einem Geschmacks-Highlight werden lässt.
Flügel und Schenkel
Hähnchenteile wie Flügel oder C sind von der Form nicht vergleichbar mit einem Kotelett. Bedingt durch ihre Form liegen die Hähnchenteile nicht flach auf dem Rost, deshalb verbrennen sie von außen ziemlich schnell, während sie von innen noch nicht gar sind.
Daher häufiger wenden, bei mittlerer Hitze oder auf dem Holzkohlegrill das Grillgut nicht direkt über dem Feuer grillen.

Grillhähnchen vom Grillwagen: das Geheimnis
Jeder kennt den einzigartigen Geschmack dieser Grillhähnchen, an dem man kaum vorbeikommt, wenn der Geruch einem schon von weiten in die Nase steigt.
In der Regel sind die dortigen Hähnchen stark gewürzt, super saftig und nur die gegrillte Haut ist schon der Hit.
Gewürzte Salzlake
Der Trick dieser Hähnchen-Grillwagen besteht in der Art des Würzens.
- Vor dem Grillen werden die Hähnchen gut 12 bis 24 Stunden in einer Brise eingelegt (gewürzte Salzlake).
- Die Lake oder Brise sollte über einen Salzgehalt von 5 bis 6 Prozent verfügen, was so viel bedeutet, dass auf einem Liter Wasser circa. 50 bis 60 Gramm Salz kommen.
- In der Brise sind dann noch zusätzliche Gewürze wie Senfsaat, Wacholder, Piment oder ähnliche Kräuter enthalten. Durch den bio- chemischen Prozess, wie Osmose, wird das Hähnchenfleisch auch in den tieferen Regionen gewürzt.
- Hinzu kommt, dass die Proteine zusätzliche Flüssigkeit bindet. Dadurch bleibt das gegrillte Hähnchen deutlich saftiger. Es ist keine Frage, dass in der Salzlake eingelegte Hähnchen ist wesentlich saftiger und schmeckt auch vorzüglich.
Maispoularde
Eine Steigerung gibt es auch hier in Form einer Maispoularde, die sich schon in der Qualität von einem normalen Hähnchen unterscheidet.
Die Maispoularde ist von Haus aus saftiger, aber dennoch sorgt die Brine für ein noch saftigeres und vor allem durchgehend gewürztes Hähnchen. So haben wir schnell einmal den Trick der Hähnchenwagen aufgedeckt und machen uns jetzt selbst ans Werk.
Perfekt gegrilltes Hähnchen vom heimischen Grill
Grill vorbereiten
- Ein elektrischer Grill lässt sich problemlos auf eine indirekte Hitze von 180 bis 200 Grad einstellen.
- Bei einem Holzkohlegrill muss in Abständen die Temperatur gemessen werden und entweder mehr oder weniger Holzkohle für die Glut zur Verfügung stehen, bis die Temperatur erreicht ist.
- Hat die Vorbereitung geklappt, ist es ratsam, unter dem Rost eine Auffangschale zu stellen, da sonst das Fett auf die Kohle tropft und verbrennt (gesundheitsschädlich).
- Es besteht auch die Möglichkeit einer Schwedenschale mit Rost zu verwenden, dann kann das Grillhähnchen direkt darauf platziert werden.
Fleisch zubereiten
- In der Vorbereitung zum Grillen sollten zuerst am Halsansatz die Fettlappen, sowie am Unterleib abgeschnitten werden, da sie selbst während der Grillzeit nicht kross werden und auch nicht schmecken.
- Um Geschmack in das Grillhähnchen zu bringen, eignet sich gut eine Schale, welche man mit zwei Esslöffeln Gewürzmischung und 100 ml Bier befüllt. Jetzt alles gut vermischen und mit einem Sieb die groben Partikel aus der Flüssigkeit entfernen.
- Der fertige Sud/ Flüssigkeit in eine Marinierspritze füllen und das Brustfleisch und die Schenkel damit einspritzen.
- Jetzt muss nur noch mit der Gewürzmischung das Grillhähnchen von Innen und Außen kräftig eingerieben werden. Sollten die Gewürze nicht ordentlich auf dem Hähnchen haften, kann es vor dem Einreiben der Gewürze mit ein wenig Olivenöl eingerieben werden, zur besseren Haftung der Gewürze.
Hähnchen auf dem Grill
- Jetzt den Hähnchenhalter mit nicht zu wenig Bier befüllen und das Grillhähnchen darauf platzieren. Wichtig ist, dass das Grillhähnchen gut und fest darauf sitzt.
- Nachdem bis jetzt alles erfolgreich verlaufen ist, wird das Hähnchen oberhalb der Abtropfschale im direkten Grillbereich zum Grillen angerichtet.
- Für die nächsten 60 bis 90 Minuten lässt sich das Hähnchen auf dem Grill perfekt bräunen.
Garzeitpunkt erkennen
Erfahrene Griller sehen, wann das Hähnchen zum Verzehr bereit ist. Ansonsten hilft ein Einstichthermometer zur Überprüfung der Kerntemperatur. Die perfekte Gartemperatur liegt bei 75 Grad Celsius.
Wer hier das Prinzip der Marinierspritze nicht ganz verstanden hat, dem sei gesagt, dass die Spritze absolut Sinn macht, da das Grillhähnchen durch die Injektion der Gewürze wesentlich geschmacksintensiver wird. Ohne Spritze schmeckt meist nur die krosse gewürzte Haut lecker, aber auch, nur wenn sie gerade vom Grill kommt.
Hier noch ein Tipp: Rechtzeitig vor dem Grillen das Hähnchen einspritzen, in den Kühlschrank stellen und die Flüssigkeit in Ruhe einwirken lassen, dann kann sie sich besser in dem Grillhähnchen verteilen.

Hähnchenspieße
Bei einer größeren Runde werden gerne auch Grillspieße gereicht.
- Dafür eignen sich sehr gut Hähncheninnenfilets und Hähnchenbrust.
- Die Spieße gibt es im Handel in unterschiedlichen Größen. Damit die Spieße mit dem Grillgut nicht austrocknen, ist eine mittlere Temperatur genau richtig.
- Handelt es sich jedoch um zarte Hähnchenfilet-Stücke, sollte eher eine schwächere Temperatur zum Grillen gewählt werden, da die zarten Filets wesentlich schneller gar sind, als ein Hähnchenschenkel mit Knochen.
- Bei einer Kerntemperatur von rund 70 Grad können die Spieße vom Grill genommen werden oder am Rand noch ein wenig ruhen.
Jetzt ran an den Grill, dann gehört der Hähnchenwagen der Vergangenheit an!
Guten Appetit!



